Allgemein,  Konzert

Tradition meets Projekt – Doppelkonzert in Planten un Blomen

Der Polizeichor Hamburg e.V. und der Projektchor der Chorakademie des Fränkischen Sängerbundes

Der Traditionschor der Polizei Hamburg von 1901 und der neue Projektchor taten sich für das Open-Air-Konzert am 26. August 2022 im Musikpavillon von Planten und Blomen zusammen – und ließen sich weder von der großen Hitze beeindrucken noch vom Wetterbericht, der heftige Gewitter angesagt hatte: Chapeau! Die beiden Chöre mit ihren Chorleitern boten ihren Zuhörer/innen mit ihrem gemeinsamen Programm einen bunten und spannenden Liederreigen. Viel mehr Publikum hätte noch Platz und vor allem viel Freude gehabt. Vielleicht war die sehr große Hitze der Teilnahme nicht förderlich, einige Publikumsstimmen meinten, dass die Absperrung möglicherweise missverständlich gewesen sei. Der Eintritt war frei, wie früher schon ging eine Polizeimütze rund durchs Publikum, um Spenden für den Weißen Ring, einer Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien zu sammeln.

Gerhard Dammann, seines Zeichens Vorsitzender des Polizeichors, begrüßte nach dem Sängergruß und moderierte die Veranstaltung, die aus insgesamt vier Teilen bestand. Es startete der Polizeichor unter Chorleiter Kazuo Kanemaki mit einem wunderbar einfühlsamen Play a simple melody als Einstieg. Gleich darauf wurde es sehr munter mit Wochenend und Sonnenschein, um dann mit Conquest of Paradise für Gänsehautmomente zu sorgen. Oh happy Day mit einem kräftigen Solo und ein berührendes Bridge over troubled water beendeten den ersten Teil. Der Projektchor der Chorakademie swingte mit Have a nice day in den zweiten Teil, und bot mit dem Volkslied Kein schöner Land dann einen starken Kontrast. Vom Land zum Meer mit einem vielstimmigen Sailing, fast schon die Vorbereitung auf den maritimen Teil des Polizeichors im Anschluss. Ähnlich und doch ganz anders hörte das Publikum noch ein Wochenend und Sonnenschein, ein sehr passender Gruß von den Comedian Harmonists zum Freitagnachmittag.

Masanori Hosaka verließ das Klavier und dirigierte das dritte Viertel. Er zauberte gemeinsam mit den Sängern und Akkordeonspielern und Hallo, hier Hamburg, ein Lächeln ganz besonders auf die Hamburger Gesichter. Country Roads folgte, wieder mit einem starken Solo, mit Capitano ging es in die Ferne, La Paloma durfte nicht fehlen und auch Karrie waits für me passte zu den Liedern von Sehnsucht und Weite. Mit dem kraftvollen Shanty Volldampf voraus endete dieser Teil und der Projektchor übernahm wieder. Nach Freude schöner Götterfunken schwebten mit Can’t help falling in love verliebte Töne über der Bühne. Nach dem Gospel, Let my light shine bright und Weit weit weg ging es wirklich noch einmal weit weg, mit Siyahamba, einem rhythmischen und strahlenden Lied aus Südafrika.

Der Gefangenenchor aus Verdis Nabucco war die eindrucksvolle Zugabe des Polizeichors. Den tatsächlichen Abschluss bildete jedoch das von beiden Chören gemeinsam gesungene gefühlvolle und berührende Dona Nobis Pacem – Gib uns Frieden. Dieser Wunsch ist in den aktuellen Zeiten, so der Vorsitzende Gerhard Dammann in seinem Schlusswort, ein ganz besonderes Anliegen.

Der Polizeichor Hamburg greift auf eine lange Tradition und Bühnenerfahrung zurück. Das war sehr deutlich zu hören und zu sehen, obwohl der Chor, mit knapp über 20 Sängern aus verschiedenen Gründen unter seiner sonstigen Größe blieb: Starke und berührende Stimmen. Es wäre schwierig zu sagen, welches Genre dem Männerchor am meisten liegt, und dieses Konzert war ja nur eine kleine Auswahl aus dem reichen Gesamtrepertoire. Ganz dringend gesucht wird Nachwuchs. Man muss nicht unbedingt bei der Polizei sein, um in diesem Chor mitzumachen, den seine Reisen schon in die ganze weite Welt und auf die großen Konzertbühnen geführt haben.

Ganz anders ist der Projektchor aufgestellt: Fünf Probentage und insgesamt 15 Stunden Probe standen den über 30 Sängerinnen und Sängern zur Vorbereitung des Konzertes zur Verfügung. Die Beteiligten singen in den verschiedensten Chören und folgten dem Aufruf zur Gründung des Projektchors und Konzertreise nach Hamburg.

Die Chorleiter:

Kazuo Kanemaki, leitet den Polizeichor seit über 30 Jahren https://www.polizeichor-hamburg.de/index.php/die-chorleiter/1-chorleiter.html

Masanori Hosaka ist seit 2012 als zweiter Chorleiter mit dabei: https://www.polizeichor-hamburg.de/index.php/die-chorleiter/2-chorleiter.html

Udo Reinhart leitet den Projektchor des Fränkischen Sängerbundes und mehrere Chöre in bayerischen Regionen, er ist Musiklehrer und Kantor.

Die Solisten des Polizeichors Hamburg waren Rainer Maerz und Hans-Joachim Harms, am Klavier Masanori Hosaka. Im maritimen Teil, von Masanori Hosaka dirigiert, begleiteten Waldemar Berosowski und Jurij Kandelja am Akkordeon.

Wer noch mehr wissen möchte, findet unter https://www.polizeichor-hamburg.de/ weitere Informationen und die nächsten Konzerttermine für den Kalender telefonisch unter der Nummer 040 357 66 666 oder online:

23.09.2022/19:00 Uhr, Verein der Hamburger in der Laeiszhalle https://www.elbphilharmonie.de/de/programm/125-jahre-verein-der-hamburger/17183

10.12.2022/16:00 Uhr in der Laeiszhalle, Weihnachtskonzert

https://www.elbphilharmonie.de/de/programm/weihnachtskonzert/19121

13.05.2023/19:00 Uhr Frühlingskonzert, Vorverkauf ab 02/2023

16.12.202215:00 Uhr, Weihnachtskonzert, Kartenverkauf ab 09/2023

Der Fränkische Sängerbund ist unter https://fsb-online.de/ zu erreichen. Er ist einer der Partner des Chorzentrums Weissenohe, das in einem ehemaliges Benediktinerkloster angesiedelt ist. Das Konzept sieht ein Zentrum für alle diejenigen vor, die singen, dirigieren, komponieren und sich im Chorverband engagieren wollen.

Gertrud Krapp

Fotos

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