Cat Lustig über ihre Erfahrungen als Chorleiterin in Corona Zeiten

Ich leite als Freiberuflerin vier Chöre, die natürlich alle von der Coronakrise betroffen waren – manche stärker als andere.

Die erste Absage erhielt ich am 12. März, als mir und vielen anderen die Tragweite der Pandemie noch nicht bewusst war. Die Absage kam von einer Seniorenresidenz, wo ich einen Singkreis leite. Dort war sehr früh der Ernst der Lage klar. Seitdem fiel dieser Chor komplett aus, da es nicht die Möglichkeit gibt, über Zoom o.ä zu singen.

„Mein“ Frauenchor, Altersdurchschnitt über 75, musste auch seit März pausieren. Die wenigsten Mitglieder haben einen Internetanschluss, und so kam auch dort diese Möglichkeit nicht in Frage. Es wurde und wird rege untereinander telefoniert. Für viele ist der Chor ein wichtiger – z.T. auch einer der wenigen – sozialen Kontaktorte. Im Sommer haben wir uns im Café in Planten un Blomen (draußen) getroffen., um uns wenigstens mal zu sehen. Wir haben das Angebot bekommen, in einer Aula zu proben, aber die meisten Frauen sind sehr zurückhaltend, wollen verständlicherweise abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Sie gehören alle qua Alter zur Risikogruppe, einige sind vorerkrankt, oder haben Partner, die es (auch) sind.

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