20 Jahre jung, das Hamburger Gospelfestival feiert Jubiläum

Open Air in Planten und Blomen…

… und dabei begann alles im Wohnzimmer!

Der Musikpavillon in Planten und Blomen war sehr gut besetzt am 15. Mai 2022, als um 15.00 Uhr das Startzeichen zum 20. Gospelfestival Hamburg erfolgte. Brigitte Haack, Gründerin und Organisatorin seit 2002 führte mit NDR-Moderator Daniel Kaiser durch das Programm. Das Wetter spielte mit und die Sonne strahlte mit den Beteiligten um die Wette: Endlich singen, tanzen und feiern nach langer Corona-bedingter Dürrezeit. Das bestens gelaunte Publikum ging mit, sang und tanzte. Und es hatte auch allen Grund, sich über das vielfältige Programm zu freuen. Was ist das Besondere am Gospel? Das wollte Daniel Kaiser von Brigitte Haack wissen. Jede/r kann mit machen, es ist altersunabhängig, man kommt schnell rein und es macht so viel Spaß!

Als Erstes on stage war der etwa 40köpfige Chor des Gospelworkshops von und mit Hanjo Gäbler, der neben vielem anderen eben auch Gospel-Musiker ist. Der Projektchor startete voller Freude und Intensität und begeisterte das Publikum. Bei Soli Deo Gloria stimmte es mit ein, und das nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Mit einem Gospel-Medley endete der reichlich umjubelte Auftritt des Projektchors.

Das Gospelensemble Sing! Inspiration, unter Leitung von Juliana Mensah, folgte auf die Bühne. Seit 2012 gibt es das von Brigitte Haack gegründete Ensemble, das schon im Michel, der Elbphilharmonie, und vielen Kirchen aufgetreten ist. Es gehört zum Gospelfestival einfach dazu und präsentierte sich im neuen schicken Outfit, wie im Interview verraten wurde. Fünf Sängerinnen und Juliana Mensah präsentierten ihre Songauswahl, z.B. No greater Love oder Lovely Day und You raise me up, ein ins Herz treffendes Solo von Brigitte Haack.

Eine junge Hamburger Hip-Hop-Künstlerin, Erana Mensah, übte mit dem Publikum eine sehr bewegte Performance ein, bevor Eileen Hamlet die Bühne betrat. Sie wurde von zwei Backgroundsängerinnen und drei Musikern begleitet. Ob Gospel und das Norddeutsche zusammengehen, wollte Daniel Kaiser gerne von ihr wissen. Problemlos, das bewiesen Eileen Hamlet und ihre Band mit ihrem Auftritt. Ihre Musik sei wie die Colorado-Mischung von Haribo sagt sie, vielfältig und für jede/n etwas dabei, und das war gut zu hören.

Die Technik war zu diesem Zeitpunkt schon etwas labil und erforderte einiges an Improvisation und Nerven. Das tat der Begeisterung allerdings kaum Abbruch, es war eher ein bisschen wie das Salz in der Suppe, brachte die Beteiligten einander näher und wurde zu etwas Besonderem.

Der nächste Auftritt, die Medical Voices unter Leitung von Jessy Martens, brauchte eine kleine Weile, bis Mikros und Lautsprecher mitspielten. Was kann ein Chor tun, wenn das Publikum erwartungsvoll auf die leider stille Bühne schaut? Er singt erfolgreich à capella. Der Chor wurde dann von Wulf Winkelmüller (ebenfalls Chorleiter) am Keyboard und einem Cajónspieler begleitet. Die Medical Voices, das sind Sänger/innen, die überwiegend im BG Klinikum Hamburg, dem Boberger Unfallkrankenhaus in Bergedorf arbeiten. Sie fanden sich 2011 in einem Gospelworkshop und gründeten den Chor, der verschiedene Projekte verfolgt. Der Chor hat Premiere beim Gospelfestival und stellt temperamentvoll und engagiert seine Lieder vor, u.a. sorgt Shallow für einen kräftigen Gänsehautmoment. Und wenn es in Living he loved me heißt Power, Powerlord, so ist die Power sehr präsent, bei allen auf der Bühne!

Mit dem Stage Choir der Music Academy Hamburg betrat die nächste Chor die Bühne. Gegründet 2015, verfügt der Chor über ein breites Repertoire. Chorleiter Chris Meloni rockte mit seinen Sänger/innen die Bühne und präsentierte u.a. seine Version von Man in the Mirror, aber ebenso auch ein gefühlvolles Every Praise oder sehr bewegt Our God Is An Awesome God (He Reigns). Choreografie einzusetzen, liegt dem Chor und ein harmonisch farbiges Outfit ebenso, kurz gut zu hören und zu sehen.

Bühne frei für den Nachwuchs und die Human Harmonies Kids, deren Start beeindruckt. Beginnend mit einem jungen Sänger folgen weitere Kinder, Jugendliche und die Musiker/innen. Teils im traditionellen Gospeloutfit, teils phantasievoll geschmückt, füllt sich die Bühne zum buntem Singvergnügen. Doch mit dem zweiten Beitrag verwandelt sich der Chor, verändert die Kleidung und hat etwas zu vermitteln. Wir sind gegen Krieg und sprechen und singen darüber, ein klares Statement, das viel Beifall fand. Es folgten weitere Songs, z. B. Cover me in Sunshine, dazu wird auf der Bühne getanzt und unter großem Beifall Streetdance gezeigt. Auch Reggae beherrschen sie und das ein oder andere „Gastkind“ macht einfach auf der Bühne mit.

Lerato Shadare folgt und damit eine Sängerin, die schon Gast beim Gospelfestival war. Sie kommt aus einer hochmusikalischen Familie und begann mit 17 Jahren ihre erfolgreiche professionelle Karriere. In Hamburg kennt man sie aus dem Musical König der Löwen und bei diesem Festival begeistert sie ebenso mit ihrer Stimme, die wunderbar zu hören ist, auch wenn das Mikro aufgibt. This is the Place singt sie und die Bühne ist wirklich ihr Platz.

Mit den Vocal Lights betritt ein recht neu gegründetes Gospelensemble die Bühne. Sieben große Stimmen, die Sängerinnen arbeiten durchweg auch als Solistinnen, vereint große Gospelkunst, begleitet, wie schon bei den Medical Voces von Wulf Winkelmüller, Keyboard und Cajónspieler. Das Ensemble rund um Jessy Martens, verstärkt durch Nadine Stricker und Juliana Mensah, legt los und begeistert das mittlerweile ja schon verwöhnte Publikum einmal mehr, energiegeladen und mit viel Gefühl.

Nach den Vocal Lights beginnt eine Reihe von kürzeren Auftritten. Mit Dorrey Lin Lyles betritt ein wahres Powerpaket und Weather Girls-Mitglied die Bühne. Ihr folgt Jeff Ukiri, der für Stimmung sorgt. Als African Beat bezeichnet er seinen zweiten Song und vor der Bühne wird begeistert getanzt. Mit Ingrid Arthur, wieder eine ganz große Stimme, geht es in die Zielgerade, meint Daniel Kaiser. Sie war ebenfalls bei den Weather Girls, sang für Barack Obama und jetzt beim Gospelfestival: Thank You.

In neuer Zusammenstellung folgte ein ausdrucksstarkes Oktett mit Lerato Shadare, Juliana Mensah, Ingrid Arthur, Dorrey Lin Lyles, Jeff Ukiri und im Background Yeliz Akbulak-Drummund, Laure Guthöhrlein sowie Brigitte Haack. Der Gospeltitel I feel your Spirit/ Hezekiah Walker könnte durchaus auch als Motto des Festivals gelten.

Aus dem Oktett wurde ein Quartett, Lerato Shadare, Juliana Mensah, Ingrid Arthur und Dorrey Lin Lyles sangen das Gospelfestival nun tatsächlich ins Finale und noch ein weiteres Mal in die Herzen. Mit Total Praise, einer Ikone der Gospelmusik, schlossen sie das Festival.

Zurück zum Wohnzimmer. Eine Reise in die USA, vor Ort Gospel zu erleben, führte zur Gründung des Gospelfestivals für Hamburg. Und aller Anfang war klein, eben im Wohnzimmer, und ist ein großer Erfolg geworden. Wie sagte die Gründerin, Brigitte Haack, zum Schluss so schön: Mein Leben ist Gospel. Nach diesem Festival plane ich sofort das nächste. Freuen wir uns mit ihr darauf!

Und wer mehr wissen möchte, kann sich über die Webseiten der Solisten/innen und/oder der Chöre und im Chorportal informieren. Chornachwuchs ist erwünscht und interessierte künftige Gospelsänger/innen sind zum Schnuppern willkommen.

Hier eine kleine Linkauswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hanjo_G%C3%A4bler

www.brigittehaack.de

https://www.medicalvoices.de/

https://www.music-academy.com/hamburg-alster

https://www.jessy-martens.de/projekte/ für Vocal Lights

https://leratoshadare.com/about

https://www.dorreylyles.com/

https://www.ingridarthur.com/de/home-2/

https://www.facebook.com/singinspiration

https://www.facebook.com/Gospelfestival-in-Hamburg

Instagram.com/gospelspecials_hamburg

Instagram.com/singinspiration_gospel

Gertrud Krapp

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