„Wellerman“ ein Lied geht um die Welt oder auch: Ein Shanty geht viral!

Nathan Evans, der zurzeit vielleicht berühmteste singende Briefträger, gab im letzten Dezember das Startzeichen und viele, wirklich viele Menschen folgten. Auf der Videoplattform TikTok postete er das Jahrhunderte alte Shanty „Soon may the Wellerman come“, das sich in sehr kurzer Zeit unglaublich verbreitete. Weltweit entstanden Wellerman-Clips und ungezählte Coverversionen. Und bei uns? Allein im Februar tat NDR-Moderator Yared Dibaba es mit seinen Schlickrutschern; Niels Schröder tat es bei der Norden singt online, Santiano tat es gemeinsam mit Nathan Evans und: Ein Ende ist nicht abzusehen! Die Geschichte geht weiter, der Hype hält an.

Aber was genau ist ein Shanty?

Die ersten Shanties wurden schon vor über 500 Jahren auf den Großseglern, den Handels- und Fischfangschiffen gesungen. Sie begleiteten die vielen schweren körperlichen Arbeiten, die mit gemeinsamer Kraft erledigt und koordiniert werden mussten. Ob es um das Be- und Entladen der Schiffe ging, den Anker einzuholen oder die Segel zu setzen, der gemeinsame Gesang und Rhythmus half die notwendige Arbeit unter oft sehr schweren Bedingungen zu tun. Kurz gesagt, ein Shanty ist ein Arbeitslied der Seeleute und damit weit weg von Seefahrerromantik in untergehender Sonne. Wir kennen mit dem „Hamborger Veermaster“ ein, wenn auch deutlich jüngeres, plattdeutsches Shanty mit englischem Refrain. Und wer hätte nicht schon einmal irgendwann den Drunken sailor“ gesungen.

Und was ist jetzt der „Wellerman“?

Das Shanty stammt vermutlich aus Neuseeland und handelt von den Versorgungsschiffen für Walfänger. Schiffsbesitzer war die Fa. Weller Bros., daraus soll sich der Name ableiten.

„Soon may the wellerman come… to bring the tea and sugar and rum”…  Seien wir neugierig, was als Nächstes kommt.

Gertrud Krapp