Hybridprobe bei den Hamburg Voices

Was bitte ist eine Hybridprobe, wie stelle man sich das vor? – Die Hamburg Voices – zurzeit Virtual Choir – und (fast) wieder in echt.

Die Wege, die Chöre während der Coronakrise finden, um weiterzumachen, sich nicht zu verlieren, sind sehr unterschiedlich. Dabei wird oft Zoom genutzt, so auch bei den Hamburg-Voices. Nun lud am 17. Mai 2020, der Chorleiter der Hamburg Voices, Alexander Grimm, zum ersten Mal zur Hybridprobe ein. Nach einer Zoom-Gesamtprobe mit 57 Teilnehmer/innen am Morgen, trafen sich die Sänger und Sängerinnen nachmittags noch einmal vor Ort im Probenraum.

Genau genommen nahm jeweils ein Drittel von 42 Choristen/innen des fünfstimmigen Chores nacheinander an einer einstündigen Ensembleprobe teil. Die Sängerinnen und Sänger traten einzeln in den Probenraum ein, sie hatten, je nach Stimme, markierte voneinander distanzierte Plätze, die für die Zeit der Probe verbindlich waren. Das Verlassen des Raumes erfolgte nacheinander, und nicht ohne sich namentlich in eine Liste einzutragen. Alle Vorgaben mussten erfüllt werden. 7 Choristen/innen nahmen via Audio-Zoom teil, um am Probenprozess beteiligt zu sein. Dabei ist man in der Regel stummgeschaltet, um die Latenz zu vermeiden. Aber sie konnten sich ggf. zuschalten und Fragen stellen etc. Und bekamen auch gleich einen Namen verpasst: Ihr seid jetzt unsere Zoomies.

Zu Gast bei einer Hybrid-Probe!

Die Probe startet mit einem Warming Up und wird von vielen Lachern begleitet. Chorleiter Axel Grimm erzählt, dass er aufgeregt sei, wie ein Teenie vor dem ersten Date. Dann geht es los mit Your Song von Elton John. Zart kommt es zunächst rüber, wenn man am anderen Zoomende mit Kopfhörern sitzt. Das Klavier ist recht dominant, aber, man hört echte Stimmen vor Ort: How wonderful life is…, vielleicht wächst das Zutrauen, in der Wiederholung wird der Chor jedenfalls deutlicher. Es ist sicherlich sehr ungewohnt, in großer Entfernung zueinander zu stehen und sich nicht oder anders zu hören, als gewohnt. Das muss sich entwickeln und ist eine Herausforderung. Denn geprobt wird, wie man es kennt, einzelne Takte vertieft, ein Crescendo geübt.

Beim zweiten Song, Africa von Toto, wird es richtig intensiv für die einzelnen Stimmen, Einsätze werden geübt und der Zusammenklang. Jetzt ist das Klavier nicht immer dabei und die Zoomies schalten sich dazu, sie freuen sich so über die schönen Stimmen.

Ein neuer Anfang trotz Krise ist gemacht. Und der Satz, der zum Ende des ersten Probedurchgangs fällt, es ist so schön, dreidimensionale Menschen zu sehen, gibt das Gefühl sicher sehr gut wieder. Toi toi toi den Hamburg Voices!

Und was es u.a. zu den Hamburg Voices noch zu sagen gibt: Im Dezember 2012, nach einem begeisterndem Chorworkshop, fanden sich die Hamburg Voices schon Anfang des folgenden Jahres zu einem Chor zusammen. Die Begeisterung muss geblieben sein, denn der mittlerweile sprechen wir vom größtem Pop- und Musicalchor im deutschsprachigen Raum.

Auf der Website des Chores https://www.hamburg-voices.de finden sich die jeweils neuesten Informationen, Fotos, Videos, ein Shop und Hörproben. Wer jetzt Interesse hat, kann über die Homepage Kontakt aufnehmen.

Unter anderem und hochaktuell https://youtu.be/xFrqOGrXa9A, Schrei nach Liebe- Ärzte (Ein Gemeinschaftsprojekt der Hamburg Voices & der Jazzvocals Berlin).

Gertrud Krapp

Fotos

Fotos: Hamburg Voices