Initiative STIMME ERHEBEN für Kultur in Hamburg

Am Sonnabend, 12. September 2020 um 17 Uhr versammeln sich zahlreiche Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Hamburger Chören, um auf dem Vorplatz der Zentralbibliothek für den Erhalt des NDR Chores zu singen.

Sparmaßnahmen in der Kultur gehen uns alle an. Die Planungen der NDR-Intendanz sehen vor, dass der NDR Chor schrittweise in Form einer GmbH privatisiert werden soll. Das bedeutet: freiwerdende Chorstellen werden künftig nicht mehr besetzt, stattdessen werden freischaffende Sängerinnen und Sänger auf 50%-Basis beschäftigt.
 
Für die norddeutsche Chorszene gerät damit ein hochqualifiziertes, professionelles Spitzenensemble in Gefahr, das neben seinem pädagogischen Engagement (Education-Programme an Schulen) und seiner regen Konzerttätigkeit im gesamten Norddeutschen Raum auch eine hohe kulturelle und bildungspolitische Verantwortung trägt. Durch sein Eintreten für zeitgenössische Kompositionen trägt der NDR Chor seit seiner Gründung im Jahr 1946 zum Fortbestand einer ohnehin fragilen Vokalmusik-Avantgarde bei, die auf diesem Niveau weder von avancierten Laienchören, noch von marktstrategisch orientierten Projekt-Ensembles realisiert werden kann.

Es zeigt sich allerorten, dass der vielzitierte Bildungsauftrag keine Worthülse werden darf. Im NDR Chor als einzigem Rundfunkchor Norddeutschlands verbinden sich hochklassiges Spezialistentum mit breitenwirksamer Musik-Vermittlung. Der Fortbestand einer solchen Institution ist aus unserer Sicht nicht verhandelbar.
 
Setzen Sie ein Zeichen!  Wir laden Sie dazu ein, sich am Sonnabend, 12. September 2020 um 17 Uhr, unter dem Motto Stimme erheben für Kultur in Hamburg zusammen mit zahlreichen Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Hamburger Chören auf dem Arno-Schmidt-Platz (Vorplatz der Zentralbibliothek am Hühnerposten) zu versammeln um für den Erhalt des NDR Chores zu singen. Instrumentalist:innen sind auch herzlich willkommen.

Was wird gesungen?
1.) Der „Anker-Song“, also das umtextierte Freude-Thema aus Beethovens 9. Sinfonie in zweistimmiger Fassung, das der Aktion #ndrCHORerhalten als Erkennungshymne dient.
2.) „Abendlied“ von Joseph Gabriel Rheinberger: „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“, wunderschöne Musik und allseits bekannt. Zwar in geistlichem Kontext komponiert, lässt sich die Aussage „Bleib bei uns“ auch auf die aktuelle Situation beziehen.

Wir können vor Ort natürlich nicht proben, bitte schauen Sie sich den „Anker-Song“ daher vorher an. Bei Rheinbergers Motette rechnen wir mit einem hinreichend hohen Bekanntheitsgrad des Stücks.

Alle (gemeinfreien) Noten befinden sich zum Download hier:
https://www.dropbox.com/sh/m8146vwdkbsikuj/AABh9wssMdcPUVYv2tngygA2a?dl=0

Wann und wo?
Sonnabend, 12. September 2020, Arno-Schmidt-Platz (Vorplatz der Zentralbibliothek am Hühnerposten, Nähe Hauptbahnhof)
17 Uhr Treffen auf dem Arno-Schmidt-Platz, Vorab-organisieren der Aufstellung
17.15 Uhr: Begrüßung und Formulierung des Anliegens
     Anker-Song
     Kurzer Redebeitrag
     J. G. Rheinberger: Bleib bei uns, denn es will Abend werden
17.45 Uhr: Ende (spätestens)

Welche Instrumente sind möglich?
Der akustische Hintergrund insbesondere vom Bahnhof ist beträchtlich… insofern sind Blechblasinstrumente besonders gerne gesehen und gehört. Im Übrigen dürfen natürlich alle Instrumente dabei sein. Einzelstimmen stehen in der Dropbox zum Download bereit, bitte auf die passende Transposition achten. 😉 Notenpulte müssen selbst mitgebracht werden.

Wer hört uns zu?
Wir erhoffen uns ein wirkmächtiges Bild von vielen Sängerinnen und Sängern aus der reichhaltigen Hamburger Chorszene vor der Kulisse der Bibliothek, die den bildungs- und kulturpolitischen Anspruch mitten in Hamburg repräsentiert. Neben der zu erwartenden „Laufkundschaft“ versuchen wir, Pressevertreter:innen von Hamburger Abendblatt, N3, Deutschlandfunk u. a. hierfür zu interessieren. Daher wäre es gut, wenn alle Chorsänger:innen und Instrumentalist:innen in schwarzer Kleidung teilnehmen könnten, um als Musiker wie in einer Auftrittssituation erkennbar zu sein.
Um 18 Uhr findet in den Räumen der Bücherhallen der Ratschlag öffentliche Kultureinrichtungen statt, eine offene Plenumsdiskussion mit Vertreter*innen von Museum der Arbeit, Kunsthalle Hamburg und weiteren Hamburger Museen, Theatern, Gedenkstätten und Stadtteilkulturzentren sowie Aktiven des Volksentscheids „Schuldenbremse streichen!“. Teilnehmer:innen dieses Kulturratschlags werden bereits um 17 Uhr anwesend sein und es besteht zwischen den Veranstaltungen die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs, da es in beiden Fällen um Kürzungen kultureller Budgets geht.

Und auch hier: Corona…
Auf dem Vorplatz der Zentralbibliothek können sich singender- und musizierenderweise ca. 100 Personen mit dem nötigen Sicherheitsabstand aufhalten. Die Stehplätze werden auf dem Boden durch Kreuze markiert. Um einschätzen zu können, wie viele Menschen unserem Aufruf folgen und notfalls rückkommunizieren zu können, ist eine Anmeldung für die Aktion nötig. Bitte tragen Sie sich hier ein:

https://forms.gle/kX8M2UjZoqSSqhQQA

Was passiert, wenn etwas passiert?
Von sanftem Nieselregen lassen wir uns nicht abhalten, in diesem Fall bauen wir Pavillons auf. Sollte es unvorhergesehen zu heftigen Sturmwarnungen oder sonstigen Beeinträchtigungen kommen, erhalten Sie rechtzeitig eine Nachricht per Mail.

Seien Sie dabei und schenken Sie dem NDR Chor diese 45 Minuten Ihrer Freizeit. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung des NDR Chores und der Vielfalt der Kultur Hamburgs.

Initiative „Stimme erheben für Kultur in Hamburg“:
  Fridolin Wissemann (Student an der HfMT)
  Patrick Below (Mitglied des Vokalensembles Vocoder)
  Lene Greve (Fachschaftsrat Lehramt an der Universität Hamburg)
  Prof. Frank Löhr (Dirigent, Vorsitzender VDKC Nordwest)
Verband Deutscher Konzertchöre Landesverband Nordwest e. V.


Mit Dank an die Hamburger Bücherhallen, die Deutsche Orchester-Vereinigung, das Chorportal Hamburg und die Initiative rund um den Kulturratschlag für die Unterstützung.