Ein Konzert danach … oder Patientensingen 2.0

23. August 2020, Konzertprobe für das Chormusical Martin Luther King, ab 14:00 Uhr auf einem Parkdeck des BG-Klinikums in Boberg. Wer sich jetzt wundert, liegt richtig. Das Musical wurde für Hamburg schon am 18. Januar 2020 in der Alsterdorfer Sporthalle aufgeführt. Wie passt das zusammen?

An diesem Tag wäre das Tourneeende gewesen, allerdings konnten nur die Hälfte der Aufführungen durchgeführt werden, dann kam der Corona-Stopp. Und jetzt ergab sich die Möglichkeit, eine Parkdeckprobe zu nutzen und die Musik noch einmal zu singen. So die Idee von Katrin Schaper vom BG Klinikum!

Maximal 50 Menschen ergriffen die Gelegenheit, gemeinsam mit Chorleiter Hanjo Gäbler chorisch neue Wege zu gehen. Kurz zur Erinnerung: Hanjo Gäbler komponierte gemeinsam mit Christoph Terbuyken die Musik zu diesem Musical und probte (er u.a.) mit Hamburger Sängerinnen und Sängern vor der Aufführung im Januar. Das Chorportal berichtete.

Neue Wege, was bedeutete das? Es bedeutete eine Probe auf einem nach den Seiten hin offenen Parkdeck, von oben geschützt vor Regen (was sich als sinnvoll erwies), ausgerüstet mit Textheft, Verpflegung, Getränken und dem was Sänger/innen so mitnehmen, vor allem auch mit Mund-Nasenschutz! Die aktuellen Corona-Auflagen, die eingehalten werden mussten, waren nicht ohne und ebenso sinnvoll. Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass eines der schönsten Dinge, das Singen, bedingt durch das Covid19-Virus gleichzeitig auch eines der gefährlichsten ist und entsprechend waren die Regeln. Für die Sänger/innen und den Chorleiter bedeutete das, sich in großem Abstand zueinander nach zu befinden und sich genau an einen festgelegten Sitzplan zu halten. Das war beiderseits kein einfaches Unterfangen, aber die Freude, sich zu sehen, miteinander zu singen, überwog bei weitem. Zudem war die Veranstaltung von Katrin Schaper ehr gut organisiert und vorbereitet, es gab keine Unklarheiten.

Vom Ablauf her war Vieles wie immer. Ankommen, Fokussieren, Einsingen (sehr gefühlvoll das vierstimmige Soli Deo Gloria von Hanjo Gäbler). Neu war allerdings der Hinweis, vorsichtig zu singen, für alle diejenigen, die tatsächlich seit einem halben Jahr nicht mehr gesungen hatten: Vorsicht Muskelkater! Dann wurde das Musical tatsächlich richtig durchgeprobt. Nicht ganz einfach am Anfang, als Sänger/in ist man doch ziemlich entfernt von den anderen, hört sich gegenseitig nicht und weiß eigentlich auch nicht, wie es sich im Ganzen anhört. Also ein mutiger neuer Weg!?

Und es gab noch einen neuen Weg: Einige der Songs aus dem Musical wurden mitgeschnitten. Das BG-Klinikum führte vor etwa 3 Jahren das sogenannte Patientensingen ein. Patienten/innen konnten sich im Foyer einfinden (oder bringen lassen), ein kleines Konzert erleben und, falls gewünscht, auch mitsingen. Diese Tradition musste virusbedingt ausgesetzt werden. Dafür stehen die mitgeschnittenen Lieder den Patienten/innen, falls gewünscht, als Videostream online zur Verfügung, nicht als Ersatz, aber vielleicht als kleine Alternative.

Der Chorleiter brachte noch Grußworte mit. Alles Gute wünschten Bonita Niessen (Hamburg gib alles, meinte sie), sie spielte im Musical die Rolle der Rosa Parks und Peti van der Velde, sie stellte Coretta Scott King dar.

I will keep on, Hanjo Gäbler neues Gospellied, war auch noch im Gepäck. Es bildete den Abschluss dieser ungewöhnlichen Probe und ist gar kein so schlechtes Motto für die nächste Zeit!  

Und was es u.a. noch zu sagen gibt: Aufführungen des Musicals in großen Hallen sind für den Herbst 2021 geplant. Aktuelle Termine und weitere Informationen unter https://www.king-musical.de/ –  Plätze zum Mitsingen sind noch frei.

Gertrud Krapp

Impressionen

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