Halleluja in der Petrikirche! – Georg Friedrich Händel: Dixit Dominus, Messias I und Halleluja

Der Hamburger Bachchor St. Petri, das Hamburger Barockorchester und 5 Solisten/innen gaben am 21.12.2019 in der Hauptkirche St. Petri zu Hamburg ein Konzert, das die Zuhörer/innen u.a. von den Weihnachtsmärkten in die Kirche holte. Pünktlich um 19: 00 Uhr zogen die rund 50 Sänger/innen in den Altarraum, erwartet vom Barockorchester. Es schlossen sich die Solisten/innen an und schließlich nahm Petrikantor Thomas Dahl den Taktstock auf und führte im Wechsel mit Chorleiter Lukas Henke durch das etwas mehr als 90minütige Konzert.

Es begann mit dem in lateinischer Sprache gesungenen Dixit Dominus. Der 21-jährige Händel komponierte dieses Werk während seines Italienaufenthaltes. Dann folgte das englischsprachige Oratorium Messias Teil 1. Dieses Werk schrieb Händel in England, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Den Abschluss bildete das Halleluja aus dem 2. Teil des Messias. Es ist gerade 4 Minuten lang, begann mit den Streichern und steigerte sich mit „Pauken und Trompeten“ gemeinsam mit dem Chor in ein furioses Finale, das noch eine ganze Weile in den Ohren nach klang.

Der Tradition folgend, sagte abschließend Petrikantor Thomas Dahl, singen alle zusammen noch einmal das Halleluja. Dieser Aufforderung folgten die Zuhörer/innen gerne und erhoben sich. So erfüllte eines der bekanntesten und beliebtesten Werke aus der geistlichen Musik ein zweites Mal die mit Kerzen erleuchtete Petrikirche.

Es war ein besonderes Erlebnis von den vollen Straßen, den gut besuchten Weihnachtsmärkten, überhaupt aus dem ganzen Trubel der für den Verkehr gesperrten Mönckebergstraße die Hauptkirche St. Petri zu betreten und, so kann man gut sagen, damit eine andere Welt. Dieser Eindruck verstärkte sich mit Beginn des Konzertes, auf dem Weg ins Barock, mit dem feierlichen Einzug des Chores, hin zu ganz anderer Intensität und Besinnlichkeit. Ein Beispiel sei dazu genannt: Im ersten Konzertteil Dixit Dominus, Teil 7, der mit judicabit in nationibus … beginnt, hört man nahezu gespenstisch deutlich die Schläge im Kampf gegen die Heiden, der Chor fokussiert sich völlig auf diese Situation. Und immer wieder, besonders im 2. Teil, tritt das Cembalo mit seinem typischen Klang hervor, wir sind im Barock! Nach dem Konzert und etwas abrupt taucht man dann wieder ins Weihnachtsmärkte-Gegenprogramm ein, mit Glühwein, Apfelschmalztaschen und Kunstgewerbe.

Georg Friedrich Händel (1685–1759), deutsch-britischer Komponist des Barock, geboren in Halle an der Saale, gestorben in London, gilt als einer der bedeutendsten Musiker in der Geschichte. Seine Möglichkeiten erstreckten sich auf alle Genres der damaligen Zeit. Anfang des 18. Jahrhunderts verbrachte Händel drei Jahre in Hamburg.

Als Solistinnen und Solisten des Abends begeisterten Susanna Martin (Sopran), Tanya Aspelmeier (Sopran), Yvi Jänicke (Alt), Knut Schoch (Tenor) und Konstantin Heintel (Bass). Alle fünf Künstler/innen sind sehr gut zu recherchieren, es lohnt sich.

Und was es u.a. noch zum Hamburger Bachchor zu sagen gibt: Die Hauptkirche St. Petri ist die Heimat des Chores, der über eine sehr lange musikalische Tradition verfügt.
Der Hamburger Bachchor unternimmt allerdings regelmäßig in und außerhalb Europas Konzertreisen. Das Repertoire ist weit gespannt, von der Spätrenaissance über die Romantik, bis ins 20. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt in der Chorarbeit ist die à capella Musik und im Repertoire die englische Chormusik. Der Hamburger Bachchor nimmt neue Sänger/innen auf. Kontakt: www.hamburger-bachchor.de  Die Proben finden donnerstags statt.

Das Hamburger Barockorchester, das seit 1991 von Konzertmeisterin Gesine Hildebrandt geleitet wird, spielt soweit möglich auf Originalinstrumenten um den inhaltlichen Ausdruck und die Vitalität barocker und klassischer Musik überzeugend zu vermitteln. Kontakt: https://www.barockorchester-hamburg.de/

Gertrud Krapp

Fotos

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