Reisebericht Schola Cantorosa in den USA

Reiseroute: Hamburg-Washington D.C.-Dallas-Denver-Hamburg

Reisegruppengröße: 43 davon 37 aktive Sänger

Abflug am 24.06.2016 – Ankunft in Hamburg am 08.07.2016

Ziel: Teilnahme am GALA Choruses Festival in Denver

Die Teilnahme am europäischen schwullesbischen Chorfestival Various Voices in Dublin 2014 liegt nun schon zwei Jahre zurück. Die Sänger, die teilgenommen hatten, denken immer noch gerne zurück an die wunderbare Atmosphäre auf dem Campus der Dublin City University, die vielen neuen Kontakte und die vielen Konzerte in den drei Theatern. Selbstverständlich kam das Partyleben nicht zu kurz und so verlebten wir eine herrliche Zeit, und das ‒ für Dublin ungewöhnlich ‒ bei durchgehendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.


Beflügelt von diesem Erlebnis war die Entscheidung zwar nicht leicht, aber mit großem Rückhalt getroffen worden, in 2016 nach Denver zu fliegen, wo das amerikanische LGBT Festival stattfinden würde.
Einige Chormitglieder kannten die Schola-USA-Reisen schon sehr gut, sind sie doch bereits in den Jahren 1996, 2000, 2004 und 2008 mitgeflogen und hatten schöne Geschichten Azu erzählen.
Die Planungen begannen bereits ein Jahr vorher und wurden durch einen erfahrenen Reiseleiter aus unserer Mitte durchgeführt. Der Chor wurde stets während der Proben Pausen über die Fortschritte informiert, und konnte entsprechend seine Vorfreude aufbauen.
Das Ziel war es auch, schon weit vor dem Festival in die USA zu fliegen und dort, neben der Chorarbeit, einfach ein paar schöne Tage zu haben.

So führte die Reise zunächst in die Hauptstadt der USA, wo wir mit dem dortigen Chor „Gay Men‘s Chorus of Washington D.C.“ zusammen ein Konzert gegeben haben.
Auch die Washingtoner Sänger nutzen die Chance für ein kleines Festival und brachten mehrere Chöre auf die Bühne.
Schola Cantorosa war direkt nach der Pause dran und konnte mit seinem Vampir-Programm, welches teilweise ins englische übersetzt worden war, große Begeisterung auslösen.
Den Abschluss des Abends bildete ein Stück, welches von allen aufgetretenen Chören angestimmt wurde. Es war der Titel: „Make them hear you“.
Wir wurden eingeladen, bei einer Probe des Chores von Washington D.C. teilzunehmen, die uns schon mal zeigten, wie sie beim Festival die Carmina Burana aufführen werden.

Die weiteren Tage waren frei und so bildeten sich verschiedene Gruppen, die Washington D.C. auf ihre Art erkundeten. Empfehlenswert sind dabei die Monumente der ehemaligen Präsidenten, die zumeist sehr aufwändig gebaut wurden und mit den prägenden Aussagen der jeweiligen Präsidentschaft geschmückt sind.
Die Mall mit den Smithsonian Museen und die Betrachtung der Regierungsgebäude sind ebenfalls Highlights der Reise gewesen.

Schola Cantorosa vor dem Begrüßungsschild mitten in der Fußgängerzone.
Schola Cantorosa vor dem Begrüßungsschild mitten in der Fußgängerzone.

Das nächste Ziel hieß Dallas. Die Stadt aus der berühmten Fernsehserie der 80er Jahre und des Attentats auf J.F. Kennedy.
Der dort wirkende Chor, der Turtle Creek Choral, ist ca. 300 aktive Mitglieder groß und bietet ein sehr berührendes Programm und tolle Chorsätze die einem vom Hocker reißen können.
Unser gemeinsames Konzert, als öffentliche Generalprobe für das Chorfestival tituliert, fand in einer katholischen Kirche statt, der Holy Trinity Church.
In Dallas erlebten wir den Besuch der Southfork Ranch und das Museum, welches sich mit dem Kennedy Attentat beschäftigt. Ein paar Besuche in „Downtown“ und einige Poolpartys machten den Besuch zu einer runden und gelungenen Sache.
Der Turtle Creek Chorale hatte ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, so fanden wir uns auf zahlreichen Kennenlern-Partys wieder und haben sogar an einem echten amerikanischen BBQ teilgenommen.

Der letzte Stop der Reise war Denver (auch wieder Schauplatz einer berühmten Serie) in der die Chorteilnehmer in einem klasse Hotel untergebracht waren. Das Chorfestival GALA Chorus Festivals fand im Künstler-Campus statt, d.h. es waren alle wichtigen Orte fußläufig vom Hotel aus erreichbar. Die Auftrittsorte befanden sich direkt nebeneinander, so war dort die Oper untergebracht, das Theater und das Konzerthaus. Das ermöglichte den Zuhörern, während der Konzertblöcke zwischen den Häusern zu wechseln und möglichst viel von dem gebotenen musikalischen Ereignissen mitzunehmen.
Die Eröffnung war sehr emotional aufgeladen und stand auch im Zeichen des Anschlages von Orlando, bei dem 49 Menschen das Leben verloren haben.

Schola Cantorosa nach der Show
Schola Cantorosa nach der Show

Die Konzerte waren immer sehr sehr gut besucht und es wurde viel Rahmenprogramm angeboten. Unsere eigene Show wurde von den amerikanischen Teilnehmern erwartet und nahezu herbeigesehnt, haben die „Deutschen“ Sänger aus Hamburg doch ihren ganz eigenen Charme, der sich so von den amerikanischen Chören unterscheidet. Die Musik, die Kostüme und Choreografien aus Deutschland sind einzigartig und höchst willkommen.
Unser Auftritt fand im Ellie Caulkins Opera House statt. Jeder Platz war belegt und unsere Show kam sehr gut bei den Besuchern an. So gut, dass sich fast das gesamte Publikum im Foyer versammelt hat und uns so feierten, als wären wir Popstars. Ein herrliches Erlebnis.
Die Schola Cantorosa konnte auch als Teil des großen außeramerikanischen Chores beim Abschlusskonzert mitwirken. Mit über 65 Sängern und Sängerinnen aus Europa, Kuba und China haben wir das Lied „Imagine“ von John Lennon interpretiert und dabei für einen sehr emotionalen Moment für die ca. 6000 anwesenden FestivalTeilnehmer gesorgt.

Dieses Festival wird jedem mitgereisten Chormitglied sicher für immer in schöner Erinnerung bleiben. So bleibt zu hoffen, dass wir beim nächsten Event wieder dabei sein werden. Das ist dann das Festival Various Voices in München 2018, das europäische Pendant zu GALA. Und mit etwas Glück sehen wir dort auch ein paar unserer neuen amerikanischen Freunde wieder.

Martin Wilsmann für Schola Cantorosa
August 2016

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